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Versicherungen

Vor der Abreise nach Uganda/Ruanda sollten Sie unbedingt eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen (siehe Abschnitt „Gesundheit und medizinische Versorgung – Krankenversicherung und Rücktransport“). In den meis­ten gängigen Versicherungen ist eine Rückholversicherung für den Erkrankungsfall enthalten. Von der Notwendigkeit, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen, ausgenommen sind Privatversicherte, deren Krankenversicherungsschutz auch im außereuropäischen Ausland gültig ist. Im Regelfall sind dafür jedoch zeitliche Begrenzungen vorgesehen, und bei manchen Versicherungen müssen Reisen ins östliche Afrika angemeldet werden. Für Luftevakuierungen vor Ort in Uganda ist eine Mitgliedschaft bei African Air Rescue (AAR) in Kampala oder AMREF/Flying Doctors of East Africa in Nairobi/Kenia erforderlich (siehe dazu den Abschnitt „Gesundheit und medizinische Versorgung – Evakuierung im Notfall“).

Sinnvoll ist bei Flugreisen und insbesondere Pauschalreisen der Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung. Diese springt dann ein, wenn eine Erkrankung des Reisenden oder in besonderen Fällen auch die Erkrankung eines engen Angehörigen dazu führt, dass eine Reise nicht angetreten werden kann oder vor dem geplanten Ablauf abgebrochen werden muss. Die Versicherung deckt Stornokosten und bereits geleistete Anzahlungen für Hotelreservierungen etc. ab, bei Pauschalreisen auch komplette Reisepakete. Eine Eigenbeteiligung von 20–30% der Stornokosten ist die Regel.

Egal, welche weiteren Versicherungen man abschließt: Man sollte die jeweiligen Notfallnummern notieren und mit der Policenummer gut aufheben! Bei Eintreten eines Notfalls sollte die Versicherungsgesellschaft unverzüglich telefonisch verständigt werden! Ob es sich lohnt, weitere Versicherungen abzuschließen (z.B. Reisege­päck-, -haftpflicht- oder -unfallversicherung), ist individuell abzuklä­ren. Aber gerade diese Versicherungen enthalten viele Ausschlussklauseln, sodass sie nicht immer Sinn machen.
Die Reisegepäckversicherung lohnt sich seltener, da z.B. bei Flugreisen verlorenes Gepäck oft nur nach Kilopreis und auch sonst nur der Zeitwert nach Vorlage der Rechnung ersetzt wird. Wurde eine Wertsache nicht im Safe aufbewahrt, gibt es bei Diebstahl auch keinen Ersatz. Kameraausrüstung und Laptop dürfen beim Flug nicht als Ge­päck aufgegeben worden sein. Gepäck im unbeaufsichtigt abgestellten Fahrzeug ist ebenfalls nicht versichert. Die Liste ist endlos … Überdies deckt häufig auch die Haus­ratsversicherung schon Einbruch, Raub und Beschädigung von Eigentum auch im Ausland.
Eine Privathaftpflichtversicherung hat man in der Regel schon. Hat man eine Unfallversicherung, sollte man prüfen, ob diese im Falle plötzlicher Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Unfalls im Urlaub zahlt. Auch durch manche Kreditkarten oder Automobilclubmitgliedschaft ist man für bestimmte Fälle schon versichert. Die Versicherung über die Kreditkarte gilt jedoch immer nur für den Karteninhaber!

Weitere Infos
Wer sich unsicher ist, welche Versicherung und welche Versicherungsgesellschaft in Frage kommen, kann sich über Tests der Stiftung Warentest in Deutschland und Konsument.at in Ös­terreich weiter informieren. Über ihre Webseiten kann man Testberichte he­runterladen, Online-Abonnent werden oder Hefte zum Thema bestellen: www. warentest.de; www.konsument.at. Weitere Infos erhält man in Deutschland auch bei der Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale.com) und in Österreich bei der Arbeiterkammer (www.arbeiterkammer.at).

Veranstalter: Pleite!
Jeder, der eine Rundreise oder eine Pauschalreise bucht, hat das Recht da­rauf, sich zu vergewissern, dass der Veranstalter gegen eine Insolvenz versichert ist. Spätestens bei der ersten (An-)Zahlung sollte der Veranstalter bzw. das Reisebüro dem Kunden deshalb einen Sicherungsschein aushändigen.
Wenn kein Sicherungsschein ausgehändigt wurde und man annehmen muss, dass der Veranstalter nicht versichert ist, sollte man ermessen, wie wahrscheinlich eine Insolvenz bei diesem Unternehmen ist. Das Risiko ist bei namhaften Veranstaltern eher gering, bei sogenannten Billigveranstaltern jedoch durchaus möglich. Im Zweifelsfall erhält man bereits bezahlte Reiseleis­tungen nicht – zum Beispiel den Rückflug …

•Bei den deutschen Verbraucherzentralen kann man die Broschüre „Ihr Recht auf Reisen“ für 4,90 Euro zzgl. Versandkosten erwerben, die bei Ärger mit Veranstaltern weiterhilft (www.verbraucherzentrale.com).

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010