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Deutsch Ugandischer Wirtschaftstag in München

Eine Veranstaltung des Afrikavereins, der IHK München und der Botschaft von Uganda

Peter Driessen, Geschäftsführer der Industrie und Handelskammer für München und Oberbayern (Foto ganz rechts) begrüßte die mit 110 Gäste sehr gut besuchte Veranstaltung. Er wies auf die wachsende Bedeutung des immer mehr zusammenwachsenden Marktes der in der EAU zusammengeschlossenen Länder Ostafrikas hin. Seit dem 1. Juli dieses Jahres gelte dort eine weit reichende Handelsfreiheit. Beim bevorstehenden Africa Summit in Lybien werde der Einigungsprozess weiter vorangetrieben.

 

Martin Zeil, Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur Transport und Verkehr, (Foto: Mitte) lobte die beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung, welche Uganda in den letzten 20 Jahren gemacht hat. Die Zeit sei reif für eine ‚partnership on equal terms’, wie er es in seiner in perfektem Englisch gehaltenen Rede bezeichnete. Afrika sei ein faszinierender Kontinent mit reichlich Rohstoffen, gut ausgebildeten Arbeitskräften – die Makarere Universität in Kampala habe mittlerweise 30.000 Studenten. Die Zeit sei nun gekommen dies zu erkennen und die Zusammenarbeit zum Wohle beider Seiten auszubauen und zu intensivieren.

(von links: Wolfgang Wiedmann, Walter Englert, Martin Zeil, Serapio Rukundo, Peter Drissen)

Die von Bradford Ochieng, dem Deputy Director der Uganda Investment Authority(Foto unten links) detailliert vorgestellten Wirtschaftsdaten und Zahlen beeindruckten den bayerischen Minister sehr. Nicht einmal in der globalen Wirtschaftskrise habe Uganda wesentliche Einbusen in seinem Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 7 % pro Jahr zu verzeichnen gehabt, so der Minister. Viele Bereiche, wie z.B. die Telekommunikation haben sich noch viel besser entwickelt als prognostiziert. Die Kurven zeigen steil nach oben. So ist z.B. die Zahl der Telefonanschlüsse einschließlich Mobiltelefonen von 23 Tausend auf 12 Millionen gestiegen. Bei einer Bevölkerungszahl von 30 Millionen verfügen also schon mehr als 30 % über einen eigenen Telefonanschluss.

Der Minister für Tourismus, Serapio Rukundo (Foto oben 2. von rechts), der in Vertretung von Präsident Museveni die 20 köpfige ugandische Delegation leitete wies auf die noch bestehenden Defizite insbesondere in Bereich der Infrastruktur hin. So sind z.B. nur 4 % aller Strassen in Uganda geteert. Nicht nur der wachsende Tourismus, sondern auch die Erschließung der Bodenschätze mache einen Ausbau der Infrastruktur wie Energieversorgung, Transport, Strasse und Schiene zur Priorität.

Die umfangreichen Ölvorkommen im Westen Ugandas wolle man nicht als Röhlöl exportieren sondern diese dazu verwenden, eigene verarbeitende Industrien im Lande aufzubauen. Konkret geplant ist der Bau einer Ölraffinerie mit einer Kapazität von 150.000 Barrel pro Tag und einem 600 Megawatt Schwerölkraftwerk, welches hierfür die erforderliche Elektrizität liefert. Durch die Pipeline nach Kenya fliesse dann nicht wie ursprünglich vorgesehen Rohöl sondern Diesel, Kerosin und Heizöl. Auch in diesem Bereich gebe es viele Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen, so der Minister. Verstärkt setzt die ugandische Regierung auf sog. Private Public Partnerships.

Uganda verfolgt insofern eine neue und im Gegensatz zu anderen Afrikanischen Staaten andere Strategie: Nicht der Verkauf von Rohprodukten und das schnelle Geld ist das Ziel sondern der Aufbau eigener Industrien und die Schaffung von Wertschöpfungsketten im Lande ist das erklärte Ziel der Regierung Musevenis. Damit erfolge die nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen und letztendlich die Nutzung der reichlich vorhandenen Resourcen zum Wohle der gesamte Bevölkerung, so Minister Rukundo.

Dies erfordert Technologietransfer, Berufliche Ausbildung und eine intensive Kooperation mit Industrieländern wie Deutschland. Letztere haben nun die Chance hier teilzuhaben und sind eingeladen in Uganda ‚Satelite Centers’ für Produktion und Entwicklung gemeinsam in einer ‚Partnership of Eqauls’ aufzubauen, wie es Prof. Charles Kwesiga, Executive Dierector, Uganda Industrial Research Institute und Uganda Petroleum Institute eindrucksvoll dargestellt hat.

Minister Rukundo betonte immer wieder, dass es nicht nur um Uganda gehe, sondern um Afrika als ganzes, den Kontinent der Zukunft, wie ihn auch Walter Englert vomAfrikaverein (Foto ganz ober 2. von links) bezeichnet hat. Allein der Markt COMESA bestehend aus den Ländern Ostafrikas und Südafrika umfasst eine Bevölkerung von 500 Millionen Menschen.

Francis Butagira, Botschafter der Republik Uganda in Berlin (Foto oben rechts) wies in seinen abschließenden Worten nochmals auf die großen Herausforderungen und die vielfältigen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Uganda hin.



Fotos: Jim Mpungu Godfrey und Wolfgang Wiedmann