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Ugandas Tourismus

Uganda war in der Blütezeit des Tourismus Ende der 1960er Jahre eines der ganz großen Reiseländer in Afrika. Die Zahl der Touristen lag 1971 bei der Machtübernahme Idi Amins noch bei 85.000, fiel bis 1980 aber infolge der Vorgänge im Land auf nahezu Null. Nach der Machtergreifung Musevenis und mit zunehmender Stabilisierung kam es zu einem zunächst sehr zögerlichen Wiederanlaufen des Tourismus.

Zwischen 1990 und 1996 wurden wieder deutliche Zuwachsraten erzielt. Einen Rückschlag bedeuteten die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo ab Ende 1996, in die ugandische Truppen bis in das Jahr 2003 hinein maßgeblich verwickelt waren, und innenpolitische Turbulenzen (u.a. Bombenattentate in Kampala). Der absolute Tiefpunkt wurde jedoch durch das Massaker an ausländischen Touristen im Bwindi Impenetrable National Park im März 1999 verursacht, von dem sich die Tourismus-Branche nur langsam erholt hat.

Im Jahr 2008 reisten nach Angaben der Naturschutzbehörde UWA mehr als 210.000 Touristen in die Nationalparks und Wildreservate des Landes (zum Vergleich: im Jahr 1996 waren es erst 39.943), davon mehr als die Hälfte aus Europa und Nordamerika. Die Tendenz ist also stark steigend, und seit mehreren Jahren erfährt der Tourismus staat­licherseits eine deutliche Forcierung, die 2007 mit dem neuen „Uganda Tourism Bill“ sogar Gesetzeskraft erlangte. Dazu gehören der Wiederaufbau und die Verbesserung der tou­ris­ti­schen Infrastruktur (z.B. wurden die meisten der staatlichen Uganda Hotels an private Investoren verkauft), gezielte Bemü­hungen bzgl. der Sicherheit und verstärkte Aktivitäten um die Publizität der Attraktionen des Landes.

Die langfristigen Planungen zielen auf einen Qualitätstourismus, der notfalls auch die Begrenzung von Besucherzahlen in den Nationalparks vorsieht. Die dabei betriebene Hochpreispolitik ist meines Erachtens nicht unbedingt ausreichend an der Attraktivität der ugandischen Reiseziele orientiert und wirft im direkten Vergleich zu anderen beliebten afrikanischen Reiseländern (z.B. Kenia, Tansania, südliches Afrika) viele Fragen auf. Allerdings haben die Ende 2007 in Kenia ausgebrochenen innenpolitischen Spannungen und Unruhen vorübergehend zu einem allgemeinen Rückgang der touristischen Buchungen in den Ländern Ostafrikas geführt.

Neben dem Qualitätstourismus stellt auch die Freiwilligenarbeit eine wichtige touristische Säule in Uganda dar. Junge Reisende aus Europa, Nordamerika und Australien kommen nach Uganda, um in kleinen bis mittelgroßen Hilfsprojekten zu arbeiten und in unmittelbarer Nähe zu den Einheimischen zu leben. Auf diese Weie nähern Sie sich einer der spannendsten afrikanischen Kulturen auf eine sehr direkte Art und können so Land und Leute besser kennenlernen. In Deutschland hat vor allem der Reiseanbieter TravelWorks im Bereich Freiwilligenarbeit eine Vorreiterstellung eingenommen. Hier finden Sie weiterführende Informationen zur Freiwilligenarbeit in Afrika von TravelWorks.

Eine andere Tourismus-Achse ist der „Community Based Tourism“ unter Führung der 1998 gegründeten Uganda Community Tourist Association (UCOTA), der touristische Projekte lokaler Gemeinden umfasst (siehe Karte „Uganda Community Tourism Association“; Quelle: UCOTA).

UCOTA

PO Box 27159, Kampala/Uganda,

Tel. +256-414-501866, www.ucota.or.ug

Die zahlreichen Berg- und Waldreservate verleihen dem Land eine Ausnahmestellung für viele Aktivitäten. Neben den guten Möglichkeiten der Berggorilla- und Schimpansenbeobachtung bei Uganda Reisen gehören dazu auch die Bergbesteigungen und Touren am Mt. Elgon und im Ruwenzori-Gebirge, das unumstritten als eine der landschaftlich schönsten und fremdartigsten Regionen überhaupt gilt.

Neben zahlreichen inländischen Safariunternehmen, die in der Uganda Tourist Association (UTA) zusammengeschlossen sind, bieten mittlerweile auch verschiedene internationale Reiseveranstalter wieder Reisen nach Uganda an. Bislang ist das Land aber noch ein Eldorado für Afrikareisende, die großartige Natur und Landschaft abseits der Massenströme erleben wollen.

Mehr Länder- und Detailinformationen finden Sie im Bereich Uganda bei Afrika Travel.de

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda"
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010

 

 

Reiseempfehlungen:

Uganda Reisen
Empfehlenswerte Rundreisen bietet z.B. der Spezial-Veranstalter Gorillatrekkingtours an. Wie der Name schon sagt, ist ein Schwerpunkt die Beobachtung der letzten freilebenden Berggorillas in Uganda. Aber auch im Nachbarland Ruanda werden Gorillatrekkings angeboten:

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