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Tier- und Pflanzenwelt

Die Lage Ugandas im Zentrum der Routen, die viele Tiere bei ihren Wanderungen innerhalb von Großlebensräumen benutzten, hat dem landschaftlich abwechslungsreichen Land traditionell einen großen Tierreichtum eingebracht. Durch die rücksichtslose Wilderei der 1970er und 1980er Jahre im Schatten von Bürgerkrieg und Instabilität sind die Tierbestände in den Nationalparks und Reservaten jedoch stark zusammengeschrumpft. Seit Ende der 1980er Jahre hat eine gewisse Erholung stattgefunden.

Das früher weit verbreitete Spitzmaulnashorn und die nördliche Unterart des Breitmaulnashorns sind seit Mitte der 1980er Jahre vollständig ausgerottet. Im Jahr 2000 wurde ein Projekt begonnen, das die Wiedereinfüh­rung beider Nashornarten in Uganda vorsieht. Diese werden auf einer „Rhinozeros-Farm“ in Ziwa (östlich von Masindi, 2,5–3 Std. nordwestlich von Kampala), dem 70 km² großen Ziwa Rhino Sanctuary, gezüchtet, um sie dann später im Kidepo Valley NP und im Murchison Falls NP auszuwildern. Die Farm ist mit einem speziellen Elektrozaun gesichert und wird schon bald eine touristische Einrichtung für Besucher bieten. 2007 waren bereits sechs Breitmaulnashörner aus Kenia und den USA in Ziwa heimisch. Für die Zucht ist ein Tierbestand von 15 bis zwanzig Individuen als Ausgangsbasis vorgesehen. Gewisser­ma­ßen als „Vorhut“ des Rhino-Pro­jektes wurden im Jahr 2001 zwei aus Kenia eingeführte Breitmaulnashörner im Uganda Wildlife Education Cen­tre (UWEC) in Entebbe angesiedelt.

Die Zahl der Elefanten liegt noch immer deutlich unter 6000. Auch die Bestände von Löwen und Leoparden haben erheblich gelitten. Im Kidepo Valley NP kommen noch Geparde vor, diese Angaben sind in letzter Zeit aber nur selten bestätigt worden. Ebenfalls nur in Kidepo kommt die Streifenhyäne vor, dort wie auch in den anderen Parks ist die Tüpfelhyäne zu finden. Verschiedene kleinere Katzen (z.B. Ginsterkatzen) und Mangustenarten sind verbreitet, leben aber recht scheu bzw. versteckt. Der Streifen-Schakal ist häufig.

Die Bestände von Kaffernbüffeln und Flusspferden zeigen sich wieder in Erholung begriffen. Auffällig ist die rötliche Färbung vieler Büffel, die vermutlich auf den genetischen Austausch mit Populationen des zentralafrikanischen Waldbüffels zurückzuführen ist. Der Bestand der Uganda- oder Rothschildgiraffe ist in den 1970er und 1980er Jahren zusammengebrochen. Im Murchison Falls NP und in Kidepo leben noch einige Vertreter dieser gefährdeten Art. Ende der 1990er Jahre wurden Rothschildgiraffen aus dem Lake Nakuru NP in Kenia nach Kidepo überführt. Ähnliche Aktionen sind auch für Pferdeantilopen und andere in Uganda ausgerottete Tierarten geplant.

Verbreitet und relativ häufig ist die Uganda-Moorantilope oder Uganda-Kob. Weitere häufige Antilopenarten sind der Defassa-Wasserbock, Bleichböckchen oder Oribi, Jackson’s Kuh­antilope, Bohor-Riedbock, Buschbock oder Schirrantilope, Sitatunga und verschiedene Duckerarten. In den Nationalparks Queen Elizabeth (Ishasha-Region) und Lake Mburo gibt es größere Topi-Bestände. Im Lake Mburo NP und in Kidepo kommen Steppenzebras und Elenantilopen vor. Impalas gibt es ebenfalls nur im Lake Mburo NP. Neben dem häufigen Warzenschwein kommen in Uganda das Pinselohrschwein und das Riesenwaldschwein vor. In felsigen und gebirgigen Gegenden kann man Klippspringer beobachten. In Kidepo kommen die murmeltierähnlichen Klippschliefer vor.

Neben einer Vielzahl anderer Primatenarten beherbergt Uganda mehrere größere Schimpansenpopulationen (vor allem in den Waldgebieten Kibale und Budongo). Im Bwindi Impenetrable NP leben noch ca. 340 Berggorillas (laut Zensus von 2006). Dies ist fast die Hälf­te des Weltgesamtbestandes der vom Aussterben bedrohten Unterart. Im Mgahinga Gorilla NP auf der ugandischen Seite der Virunga-Vulkane sind weitere 15–50 Individuen beheimatet. In beiden Gebieten sind Besuche an Menschen gewöhnter (habituierter) Gorillagruppen möglich. Von den übrigen 17 Primatenarten bekommt man neben den allgegenwärtigen Anubis-Pavianen am ehesten Guerezas, Grüne Meerkatzen, Diademmeerkatzen und Schwarzbackige Weiß­nasen zu sehen. Besonders gute Be­obachtungs­mög­lich­keiten bestehen im Kibale Forest NP, der eines der dichtes­ten Primatenvorkommen weltweit aufweist.

Es sind mehr als 1100 Vogelarten in Uganda beschrieben, die meisten von ihnen brüten hier (zum Vergleich: In Deutschland lassen sich 288 Vogelarten beobachten). Alljährlich kommen zahlreiche Zugvogelarten aus dem afrikanischen, europäischen und asiatischen Raum nach Uganda, von denen der europäische Weißstorch die auffälligste ist. Vor allem Wasservögel und Greifvögel sind in Uganda gut zu beobachten. Neben den allge­genwär­tigen Marabus und häufigen Arten wie Nimmersatt, Rosapelikan, Weiß­­brust­kormo­ran, Reihern und King­fi­shern (Eisvogelarten) ist das Vorkommen des Schuhschnabelstorchs hervorzuheben. Der Kronenkranich ist ugandischer Wap­penvogel. Eine ausgefallene Färbung zeichnet den seltenen Sattelstorch aus. In den Bergwäldern kommen mehrere farbenfrohe Turako- und Nektarvogelarten vor. Auffälligste Greifvögel sind der Sekretär und der Gaukler. Charaktervogel von Seen und grö­ßeren Flussläufen ist der Schreiseeadler.

Insbesondere unterhalb der Murchisonfälle im gleichnamigen Nationalpark gibt es riesige, sehr alte Nilkrokodile. An Seen und Flüssen ist der Nilwaran eine gängige Erscheinung. In den Wäldern kommen mehrere Chamä­le­onar­ten vor.

Schlangen sind häufig, doch bekommt man sie fast nie zu Gesicht. Die größte ist der bis zu 6 m lange Felspython. Sehr selten kann man Speikobras beobachten, gelegentlich stößt man auch auf die sehr giftige Puffotter, die im Gegensatz zu allen anderen Schlangenarten nicht zur Flucht neigt. Schwar­ze Mamba, verschiedene Vipern und Baumnattern kommen ebenfalls vor, sind jedoch selten zu sehen.

Über 20.000 Pflanzenarten sind in Uganda heimisch. Bemerkenswert sind insbesondere die Senezien- und Lobelienbestände im Ruwenzori-Gebirge und am Mt. Elgon. Diese Pflanzen neigen in größeren Höhen zum Pflanzengigantismus. Wuchshöhen von 4–10 Meter sind dabei keine Seltenheit. Man wandelt in den ugandischen Bergen daher wie durch eine Märchenwelt riesenhafter Pflanzen. Heidekraut neigt ebenfalls zum Riesenwuchs. Baumheide kann über 10 Meter Höhe erreichen.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda"
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010

 

 

Reiseempfehlungen:

Uganda Rundreisen
Empfehlenswerte Rundreisen bietet z.B. der Spezial-Veranstalter Gorillatrekkingtours an. Wie der Name schon sagt, ist ein Schwerpunkt die Beobachtung der letzten freilebenden Berggorillas in Uganda. Aber auch im Nachbarland Ruanda werden Gorillatrekkings angeboten:

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