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Außenpolitik

Die Beziehungen zu den Nachbarländern Kenia und Tansania sind gut, vor allem seit der Wiederbelebung der East African Community (EAC) im Jahr 1999. Die drei Staaten haben 2004 ein Protokoll zur Weiterentwicklung der EAC zu einer Zollunion unterzeichnet. Diese soll zu einer Wirtschafts- und Währungsunion ausgebaut werden; am Ende der Entwicklung soll eine politische Union stehen. Ruanda und Burundi wurden 2007 ebenfalls in die EAC aufgenommen.
Zum Sudan waren die Beziehungen lange Jahre äußerst gespannt, da Uganda die im Südsudan operierende SPLA (= Sudan People’s Liberation Army) von General John Garang und der Sudan ugandische Rebellengruppen (LRA und ADF) unterstützte. Durch die neuen Machtverhältnisse im Kongo seit 1997 und die geänderte Politik der USA gegenüber dem Sudan haben sich auch die Beziehungen Ugandas zum Sudan verbessert. Aufgrund eines im Dezember 1999 unterzeichneten Friedensabkommens mit dem Sudan konnten die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen werden. Zu Beginn 2002 unterzeichneten beide Länder einen Vertrag, der es der ugandischen Armee erlaubt, ugandische Rebellen im Sudan zu verfolgen („Operation Iron Fist“, s.o.). Ein Ausweichen der Führung der LRA in die DR Kongo bzw. in die Zentralafrikanische Republik hat die Lage weiter verkompliziert.
Uganda war gemeinsam mit Ruanda in den Machtwechsel im Kongo/Zaire auf der Seite Kabilas 1996/97 involviert und unterstützte offen mit einer massiven Truppenpräsenz die Rebellion gegen Laurent-Désiré Kabila seit 1998 (Rebellengruppierung MLC, geführt von ­Jean-Pierre Bemba). Aufgrund der Verträge von Lusaka 1999 und des Machtwechsels im Kongo nach der Ermordung Laurent Kabilas 2001 zog Uganda den Großteil seiner Truppen aus der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ab. Das zunächst noch verbliebene Truppenkontingent kämpfte sowohl gegen ugandische Rebellen (ADF), bot aber auch eine gewisse Autorität im Nordosten Kongos. Diese erzwungene Stabilität, gepaart mit hemmungsloser Ausbeutung der Bodenschätze der besetzten Kongo-Regionen, brach nach dem endgültigen Abzug der ugandischen Truppen durch den im Ostkongo offen zutage tretenden militärischen Konflikt zwischen den Volksgruppen der Hema und Lendu vollends zusammen und erforderte die Intervention einer multinationalen Eingreiftruppe im Ostkongo, an der auch Deutschland zeitweise beteiligt war. Die Ernennung von Jean-Pierre Bemba zum Minis­terpräsidenten der neuen kongolesischen Übergangsregierung im Juli 2003 wirkte sich zunächst positiv auf die Beziehungen mit Uganda aus. Der Ausgang der Wahlen in der DR Kongo 2006 mit dem Sieg Joseph Ka­bilas und der Wahlniederlage des von Uganda unterstützten Kandidaten Jean-Pierre Bemba sowie dessen spätere Flucht nach Portugal im Jahr 2007 wurden von der ugandischen Regierung sorgfältig beobachtet, ohne dass es zu einer augenscheinlichen Einmischung in den Konflikt kam. Im ugandisch-kongolesischen Grenzgebiet kam es 2006 und 2007 im Rahmen von beiderseitigen Ansprüchen auf Ölfunde im Lake Albert zu militärischen Scharmützeln. Die Verlagerung des Hauptquartiers der von Joseph Kony geführten Rebellengruppe LRA in den Parc National de Garamba im Nordosten der DR Kongo führte zu erheblichen außenpolitischen Spannungen und der ugandischen Drohung, erneut mit Truppen in den Kongo einzumarschieren, um die LRA vor Ort bekämpfen zu können. Die Beziehungen Ugandas zur DR Kongo gelten als angespannt, auch wenn es regelmäßige Kontakte zwischen beiden Staaten auf höchster Ebene gibt.
Zu Ruanda hatte Uganda nach dem Sieg der FPR (= Front Patriotique Rwandais) 1994 exzellente Beziehungen, schließlich hatte Museveni die FPR massiv unterstützt. Beide Länder brachten 1996/97 Laurent-Désiré Kabila im Kongo/Zaire an die Macht und organisierten im August 1998 gemeinsam eine neuerliche Rebellion gegen Kabila. Da sie unterschiedliche kongolesische Rebellengruppen unterstützten und unterschiedliche Interessen verfolgten, gerieten sie im Kongo in offenen militärischen Konflikt und beschuldigten sich gegenseitig, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. Während des Jahres 2001 verschlechterten sich die Beziehungen weiter. Eine militärische Eskalation des Konfliktes konnte nur durch Vermittlung des britischen Premierministers Blair Ende 2001 und neuerlich im Mai 2002, als eine gemischte Kommission eingerichtet wurde, verhindert werden. Im Frühjahr 2003 wurden erneut Truppen beider Länder an der gemeinsamen Grenze zusammengezogen. Die Hoffnung auf Aussöhnung erhielt im September desselben Jahres Nahrung, als Vertreter der DR Kongo, Ruandas, Ugandas und Burundis ein Abkommen über gutnachbarschaftliche Beziehungen unterzeichneten. Die Vereinbarung sieht die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, die Anerkennung der Staatsgebiete der Unterzeichnerländer sowie den Verzicht auf Einmischung in deren innere Angelegenheiten vor. Insgesamt galten die Beziehungen Ugandas zu Ruanda in den letzten Jahren als angespannt, auch wenn regelmäßige Kontakte zwischen beiden Staaten auf höchster Ebene gepflegt werden.
Die Beziehungen zu Deutschland (wie auch Österreich und der Schweiz) gelten als gut, was zuletzt durch einen Staatsbesuch des deutschen Bundes­präsidenten Horst Köhler in Uganda und Ruanda im Februar 2008 untermauert wurde.