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Ökologie und Naturschutz

In Uganda waren 2010 zehn Nationalparks, dreizehn Wildschutzgebiete und meh­rere Waldschutzgebiete und kom­mu­nale Schutzgebiete ausgewiesen. Dabei fallen ca. 4,6% der Landesfläche unter die strengste Schutzkategorie des Nationalparks, insgesamt genießen ca. 8% der Gesamtfläche einen Schutzstatus. Während die Lage in den Nationalparks teilweise recht gut aussieht, ist der Zustand der Wildschutzgebiete („Wildlife Reserves“) in der überwiegenden Zahl katastrophal. Die Natur­schutzbemü­hungen konzentrieren sich daher vor allem auf den Erhalt und die Verbesserung der Situation in den Nationalparks. Dazu gehört insbesondere die Be­kämpfung von Wilderei und illegaler Landnutzung. Beim derzeitigen Park­management werden umliegende Gemeinden an den Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft beteiligt. Dies gilt besonders für den Gorillatourismus. So werden ca. 20% der Park­eintrittsgelder in einen Fonds gezahlt, der den Parkanrainergemeinden in sogenannten „Community Conservation Programs“ zur Verfügung gestellt wird. Zudem werden die lokalen Gemeinschaften in andere tourismusspezifische Arbeiten eingebunden.

 

Ökologische Probleme, v.a. Boden­erosion, treten hauptsächlich infolge der intensiveren Bodennutzung in den dichtbesiedelten Gebieten des Südwes­tens und Westens sowie aufgrund des ständigen Rückgangs der Wälder auf. Im Bürgerkrieg wurde an den Regenwäldern starker Raubbau betrieben. Da der Holzeinschlag zur Brennholzgewinnung weiter zunimmt, wurden in der Nähe von Siedlungen „Energiewälder“ angelegt, und ein Wiederauffors­tungsprogramm der Regierung soll geschlossene Waldflächen schützen.

Uganda hat Anteil am größten tropischen Binnensee, dem Lake Victoria, der gleichzeitig zweitgrößter Frischwassersee der Welt ist. Inzwischen weist der See gravierende ökologische Probleme auf. Das ökologische Gleichgewicht wurde durch ein rasches Bevölkerungswachstum, Zerstörung der ursprünglichen Vegetation entlang der Küste, eine rasch expandierende Fischexportindustrie, eine starke Dezimierung des Fischbestandes, die aus Süd­amerika eingeschleppte, große Flächen des Sees bedeckende Wasserhyazinthe und massive Eutrophierung (Zunahme von Nährstoffen im Wasser) empfindlich gestört. Hohe Nährstoffeinträge in den See begünstigen ein massives Wachstum der Wasserhyazinthe. Diese im Wasser schwebende Pflanze behindert den Lichteinfall und verhindert somit eine Photosynthese des Phytoplanktons. Die Einleitung der Nährstoffe wird durch fortschreitende Abholzung im Uferbereich und nachfolgende Auswaschung der Böden bewirkt. Von wissenschaftlicher Seite wird rasches Handeln gefordert, da die Zerstörung des derzeit noch lebenserhaltenden Sees bald nicht mehr aufzuhalten sein könnte. Sanierungsmaßnahmen sind schwierig, da ein gemeinsames Vorgehen der drei Anrainerstaaten Uganda, Tansania und Kenia notwendig ist. Gemeinsam mit der Weltbank wird von der Regierung versucht, die drohende Gefahr abzuwenden.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010