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Gesundheit

Schild_uga_044-150x150Zur medikamentösen Vorbeugung (Chemoprophylaxe) der Malaria ist eine ganze Reihe unterschiedlich wirksamer Medikamente im Handel erhältlich. Man hat mit der Einnahme der Mittel eine Woche vor Reiseantritt zu beginnen. Die Prophylaxe ist in der Regel noch vier Wochen über das Reiseende hi­naus fortzusetzen. Nur eine Chemoprophylaxe, die konsequent durchgeführt wird, schützt sicher vor einer Malariaerkrankung.

 

Infektionsgefahr, insbesondere für die Malaria tropica, herrscht in Uganda, Ruanda und dem Ostkongo ganz­jährig. Die richtige Kleidung in den frühen Morgen- und vor allem in den Abendstunden, wenn die Moskitos zu schwärmen beginnen, setzt die Malariagefahr ebenfalls erheblich herab. Wer jedem Mückenstich wirksam vorzubeugen versucht, der minimiert auch von vornherein die Gefahr einer Infektion. Moskitonetze sind in den meisten Hotels, Camps und Lodges vorhanden und beim Schlafen obligat. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Mitnahme eines eigenen Netzes.

Die Bilharziose ist in vielen Regionen Ostafrikas weit verbreitet. Die Übertragung erfolgt durch im stehenden oder nur schwach bewegten Süßwasser lebende Gabelschwanzzerkarien der Gat­tung Schistosoma,  die die menschliche Haut bei Wasserkontakt penetrieren können. Es ist empfehlenswert, bei jedem natürlichen Gewässer von einer potenziellen Infektionsquelle auszugehen (und demzufolge jeglichen Wasserkontakt zu meiden, wenn auch nicht immer möglich). Eine Impfung ist nicht möglich. Nach einer stattgehabten Exposition ist es sinnvoll, acht bis zehn Wochen nach der Rückkehr eine ärzt­liche Kontrolle auf Schistosoma durchführen zu lassen.

Diese beiden verbreitetsten Formen der Hepatitis (Gelbsucht) haben gänzlich unterschiedliche Übertragungswege und Verläufe. Die Hepatitis A (Reise­hepatitis) wird durch verunreinigte Lebensmittel übertragen (fäkal-oraler Über­tragungsweg) und zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Tropen, die gefährlichere Hepatitis B hingegen über Blut und Blutprodukte (Injektionen und Transfusionen, Geschlechtsverkehr). Gegen beide Erkrankungen sind mittlerweile zuverlässige Impfungen erhältlich. Sie bestehen aus mehreren Injektionen und bieten einen Schutz über zehn Jahre. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist nur für Personen erforderlich, die von vorn­he­rein wissen, dass sie mit Infizierten oder Blut und Blutprodukten in Kontakt kommen (z.B. medizinisches Personal).

Thypus und Parathypus werden durch bestimmte Salmonellen hervorgerufen. Die Anste­ckung erfolgt in der Regel aus­schließlich durch verunreinigte Lebensmittel. Sie stellen bei entsprechender Vorsicht keine größere Gefahr für den Reisenden dar. Ein Injek­tionsimpfstoff bietet einen zuverlässigeren Impfschutz.

Allen Horrormeldungen zum Trotz ist die Gefahr einer Ansteckung mit AIDS in Uganda bei entsprechendem Verhalten nahezu ausgeschlossen. Für die Übertragung der Krankheit gelten in Uganda und Ruanda die gleichen Regeln wie bei uns: Der bei weitem gängigste Weg der Übertragung ist der Geschlechtsverkehr mit infizierten Personen. Neben Aids sind hier vor allem Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe („Tripper“) hervorzuheben.

Die Erreger der Schlafkrankheit (Try­panosomen) werden durch die tagaktive Tsetse-Fliege übertragen. Von den über ein Dutzend in Afrika verbreiteten Tsetse-Fliegenarten übertragen nur wenige die einzelligen Trypanosomen – und das überwiegend auf Tiere.

Gelbsucht ist eine Viruserkrankung, die durch Stech­mücken der Gattung Aedes übertragen wird. Der Befall mit dem Gelbfiebervirus geht mit Fieber und Gelbsucht einher, schwere Schäden an Leber und Nieren führen unbehandelt oft zum Tod des Infizierten. Die aktive Gelbfie­ber­impfung bietet einen nahezu hundertprozentigen Impfschutz. Die meisten afrikanischen Länder schreiben diese Impfung bei der Einreise zwingend vor, auch Uganda, Ruanda und die DR Kongo.

Ein wirksamer Schutz gegen Meningokokken-Meningitis (Form der Hirnhautentzündung) als Überträger ist durch eine spezielle Impfung möglich. Diese wird über den Hausarzt angeboten. Sie ist jedoch nur für Kinder (bis 6 Jahre) und Reisende sinnvoll, die wissen, dass sie engen sozialen Kontakt z.B. mit Kindern in Endemiegebieten haben werden (Entwicklungshelfer, medizinisches Personal).

Ein wirksamer Impfschutz gegen Ttanus und Diphtherie ist auch in der Heimat vonnöten.

Es wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Ein intakter Impfschutz gegen Poliomyelitis ist für den Reisenden wichtig. Prüfen Sie die Gültigkeit Ihrer letzten Impfung und lassen Sie gegebenenfalls eine Auffrischung mit der kos­tenlosen Polio-Impfung vornehmen.

Tuberkolose stellt für Reisende keine erwähnenswerte Gefahr dar, da ein Ausbruch der Tuberkulose in der Regel ein angeschlagenes Immunsystem voraussetzt. Erhöhte Vorsicht sollte man bei Kindern walten lassen, da die Erkrankung hier leichter zum Ausbruch kommt.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010
www.reise-know-how.de