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AIDS

Allen Horrormeldungen zum Trotz ist die Gefahr einer Ansteckung mit dem HI-Virus in Uganda bei entsprechendem Verhalten nahezu ausgeschlossen.

 

 

Die immer wieder durch die Presse geis­ternden Zahlen über die angebliche Durchseuchung der ugandischen Bevölkerung sind überhöht und entbehren oftmals einer wirklichen Grundlage. Man muss heute von einem Anteil HIV-positiver Ugander an der Gesamtbevölkerung von etwa 6–7% aus­gehen. Viele der in der Vergangenheit publizierten und weitaus dramatischeren Zahlen basieren auf falsch positiven Ergebnissen einfacher HIV-Testkits, die auf Kreuz­reaktionen mit bei den meis­ten Afrikanern vorliegenden Malaria- oder Tuberkuloseantikörpern zurückgeführt werden.

Nichtsdestotrotz sind die Auswirkungen der AIDS-Epidemie in Uganda für die staatliche und gesellschaftliche Ordnung enorm, da gerade die sexuell ak­tivste mittlere Generation und mit ihr gewissermaßen das Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft betroffen ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Ugander beträgt 51,7 Jahre (UN-Angaben 2007) und liegt damit weltweit im unteren Drittel.
Jedem Ugandabesucher wird bei einem längerem Aufenthalt in der Region nordwestlich des Viktoriasees die zunehmende Umstrukturierung vor allem der ländlichen Bevölkerung bewusst werden: Kinder und Alte prägen oftmals die dörfliche Gemeinschaft dieser von AIDS in den 1980er und 1990er Jahren besonders hart betroffenen Region, in der der Ursprungsherd der Krankheit vermutet wird.
Für die Übertragung der Krankheit gelten in Uganda und Ruanda die gleichen Regeln wie bei uns: Der bei weitem gängigste Weg der Übertragung ist der Geschlechtsverkehr mit infizierten Personen (Mikroblutungen!). Insbesondere Prostituierte beiderlei Geschlechts stellen ein extrem hohes Infektionsrisiko dar. In Uganda und Ruanda erfolgt seit Jahren eine zuverlässige Überprüfung von Blutkonserven und Blutprodukten auf HIV. Ebenso gehört die Verwendung mehrmalig benutzter Injektionsnadeln in den Krankenhäusern der Vergangenheit an. Wer trotzdem auf Nummer Sicher gehen will, kann einen kleinen Vorrat davon in der Reiseapotheke mit sich führen. Die Übertragung durch blutsaugende Insekten kann heute weitgehend ausgeschlossen werden. Der (nicht intime) soziale Kontakt mit Infizierten birgt keine nennenswerten Risiken in sich.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010