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Bilharziose

Die Bilharziose ist in vielen Regionen Ostafrikas weit verbreitet. Die Übertragung erfolgt durch im stehenden oder nur schwach bewegten Süßwasser lebende Gabelschwanzzerkarien der Gat­tung Schistosoma, die die menschliche Haut bei Wasserkontakt penetrieren können. Nach erfolgter Hautpassage gelangen die nun schwanzlosen Zerkarien über die Blutbahn in die Leber und von dort in ihr Zielgebiet, das Gefäßbett von Darm oder Harnwegen, aber auch anderer Organe. Hier setzen sich die ausgereiften Schistosomen (Pärchenegel) fest, ihre einseitig scharfkantigen Eier gelangen über Darm bzw. Harnblase wieder in die Außenwelt. Blutgefäß- und Gewebeschäden sowie Verwachsungen und Entzündungen sind die Folge.

 

 

Für die Entwicklung von Schistosoma sind bestimmte Wasserschnecken als Zwischenwirt erforderlich. Das Auftreten von Schistosoma ist daher kausal an das Vorhandensein von Wasserschne­cken geknüpft. Es ist empfehlenswert, bei jedem natürlichen Gewässer von einer potenziellen Infektionsquelle auszugehen (und demzufolge jeglichen Wasserkontakt zu meiden), auch wenn dies in der Praxis (z.B. beim White-Water Rafting) nicht immer möglich ist. Sie sollten daher jedes Bad in Flüssen und Seen, und sei es noch so heiß, dringlichst meiden. Auch das Durchwaten eines trägen Flüsschens oder das Waschen am See kann eine Infektionsgefahr bedeuten. Ausgenommen von der Bilharziosegefahr sind einige mineralsalzhaltige, kleinere Seen (z.B. der Lake Bunyonyi) sowie die Flüsse und Berg­seen im Gebiet von Mt. Elgon und Ruwenzori, angeblich auch Bereiche des Kivusees.
Ein Befall mit Schistosoma macht sich durch blutigen Stuhl oder Urin, gekoppelt mit Schmerzen im Bereich von Leber, Milz oder Nieren, bemerkbar. Die Krankheit lässt sich mit dem Medikament Praziquantel (Biltricide) wirksam behandeln. Eine Impfung ist nicht möglich. Nach einer stattgehabten Exposition ist es sinnvoll, acht bis zehn Wochen nach der Rückkehr eine ärzt­liche Kontrolle auf Schistosoma durchführen zu lassen.
Dass in den meisten ostafrikanischen Gewässern neben Bilharziose und Fluss­pferden natürlich auch hungrige Krokodile lauern, versteht sich fast von selbst …

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010