titel-startseite

Das zweite Regime Milton Obotes (1980–1985)

Die zweite Präsidentschaft Obotes stützte sich, wie die erste, vor allem auf die Armee. Obote gelang es nicht, die verschiedenen Stämme und Gruppen der ugandischen Gesellschaft und deren Ziele unter einen Hut zu bringen.

Mehrere oppositionelle Gruppen gingen nach der manipulierten Wahl in den Busch und begannen einen Guerillakrieg. Dazu gehörte die National Resistance Army (NRA) unter Führung von Yoweri Museveni. Dieser ehemals kleine Haufen zäher Kämpfer entwi­ckelte sich rasch zu einer wohlorganisierten, mächtigen Armee, die vornehmlich aus den südlichen Landesteilen heraus operierte. Die Regierungsarmee Obotes (UNLA) versuchte verzweifelt, den Zulauf der Bevölkerung zur NRA zu bekämpfen. Besonders im sogenannten „Luwero-Dreieck“ nördlich von Kampala kam es zur Vernichtung ganzer Bevölkerungsteile. Man nimmt heute an, dass in der zweiten Amtszeit Obotes fast 500.000 Menschen starben.

Auseinandersetzungen in der Armeeführung zwischen den Stammesfraktionen der Langi und Acholi leiteten Obotes Ende ein. Im Juli 1985 marschierten Acholi-dominierte Armeeeinheiten in Kampala ein und vertrieben Obote nach Sambia, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2005 lebte. Seine Regierung wurde durch einen Militärrat ersetzt, den der General Tito Okello (ein Acholi) führte.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010