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Das Chaos nach Amins Flucht 1979/80

Die tansanischen Truppen blieben vorerst im Land, vor allem um beim Wiederaufbau zu helfen und um Recht und Ordnung zu gewährleisten.

Doch kaum war ihre Bezahlung erlahmt, sprangen sie an die Stelle der vertriebenen Amin-Truppen. Sie begannen, die verbliebenen Tiere in den Nationalparks zu schießen, plünderten Hilfslieferungen und tyrannisierten die Zivilbevölkerung. Trotzdem kehrten viele U­gander aus dem Exil zurück und der Wiederaufbau machte Fortschritte. Die Tansanier installierten eine Übergangsregierung, die Uganda National Libe­ration Front (UNLF), deren Präsident Dr. Yusufu Lule (vorher Vize-Kanzler der Makerere-Universität) wurde. Als Lule Kritik am tansanischen Präsidenten Ny­e­rere äußerte, wurde er nach kurzer Zeit durch Godfrey Binaisa ersetzt. Nach einer Amtszeit von nur einem Jahr wurde Binaisa vom militärischen Flügel der UNLF, der Uganda National Liberation Army (UNLA), verdrängt. Dieser wurde von Paulo Muwanga, einem Anhänger des alten Präsidenten Obote, geführt. Muwanga setzte freie Wahlen für das Jahresende 1980 fest.

Die Wahlen vom Dezember 1980 wurden vermutlich gefälscht. Der aus seinem tansanischen Exil zurückgekehrte Ex-Präsident Obote wurde zum Sieger erklärt und alsbald zum Präsidenten gewählt, Muwanga wurde Vize-Präsident.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010