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Nach der Unabhängigkeit – das erste Regime Obotes (bis 1971)

Die Bemühungen der Briten, das Land nach Erlangung der Unabhängigkeit nicht auseinanderbrechen zu lassen, führten zur Errichtung eines komplexen föderalistischen Systems.

Die erste Regierung des jungen Staates wurde von einer Allianz politischer Kräfte aus den traditionell in distanziertem Verhältnis zueinander stehenden nördlichen und südlichen Landesteilen gebildet. Der König („Kabaka“) des einfluss­reichsten Königreiches Buganda wurde zum Präsidenten gewählt, während Dr. Milton Obote, ein Lehrer vom Stamme der Langi in Norduganda, Premiermi­nister wurde. Nach einem geglückten Start versuchte Obote sehr bald, die alleinige Kontrolle über den Staat zu gewinnen. Er stützte sich dabei vor allem auf die Armee. Im Februar 1966 setzte er die Verfassung außer Kraft, entließ den Präsidenten und riss alle Macht an sich. Als das Königreich Buganda die Wiederherstellung seiner Autonomie forderte, wurde der Kabaka Edward Muteesa II. von Truppen der ugandischen Armee, die unter Führung von Colonel Idi Amin standen, ins Exil nach England vertrieben, wo er 1969 starb.

Willkür und Repression bestimmten fortan den politischen Alltag im Land. Im Schatten Obotes gewann Idi Amin, der alsbald im Rang eines Generals die Armeeführung übernahm, an Macht. Er machte sich einen Auslandsaufenthalt Obotes zunutze und erklärte sich im Januar 1971 zum neuen Staatsführer. Der Staatsstreich glückte, weil viele Ugander und die westliche Welt die Abkehr vom verhassten Regime Obotes begrüßten.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010