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19. Jahrhundert –Beginn der Kolonialzeit

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts drangen arabische Händler von der ostafrikanischen Küste in das Gebiet vor, angezogen durch Elfenbein- und Sklavenhandel. Sie begannen mit der Etablierung des Islam in der von Naturreligionen bestimmten Region. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erlangte das ostafrikanische Gebiet für die europäische Kolonisation an Bedeutung.

Um 1860 wurde die Quelle des Nils durch die beiden britischen Forscher Grant und Speke entdeckt. Auf ihren Spuren kamen protestantische und katholische Missionare und wurden in allen Landesteilen aktiv. Ihre Bemühungen fielen auf sehr fruchtbaren Boden, der Einfluss der Missionen war schon bald groß. Der Islam hingegen konnte vergleichsweise wenig Fuß fassen.

Nach Abschluss entsprechender Verträge auf der Berliner Konferenz 1884/ 1885 wurden die britischen Ansprüche auf das Seenhochland von den Deutschen anerkannt. Weitere vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Deutschen Reich und England regelten 1886 und 1890 die Interessensphären beider Groß­mächte in Ostafrika. Während Deutsch-Ostafrika (bis 1918) das heutige Festland-Tansania, Ruanda und Burundi umfasste, wurden die jetzigen Staaten Uganda und Kenia als British East Africa zusammengefasst. Die British East Africa Company wurde zu­nächst mit der Wahrnehmung kommerzieller und politischer Interessen des Mutterlandes beauftragt und handelte mehrere Schutzverträge mit den Bantu-Königreichen aus. Ab 1894 waren U­ganda und Kenia als Protektorat direkt der britischen Regierung unterstellt. Der Widerstand verschiedener einheimischer Gruppen bei der Errichtung des kolonialen Staatssystems wurde in mehreren Kriegen niedergeschlagen. 1902 erfolgte die Teilung in getrennte Verwaltungsgebiete (die heutigen Länder Uganda und Kenia).

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010