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Geografie und Landschaftsformen

Uganda ist ein Binnenland im östlichen Afrika, umgeben von den Ländern Kenia (im Osten), Ruanda und Tansania (im Süden), der DR Kongo (im Westen) und dem Sudan (im Norden). Das südliche Landesdrittel wird vom Äquator durchschnitten. Der größte Teil des Landes bildet eine einheitliche, hügelige Hochfläche des kristallinen afrikanischen Sockels auf 1000–1500 m Höhe, die von größeren Inselbergen unterbrochen wird. An der Westgrenze des Landes verläuft das Kluftsystem des Zentralafrikanischen Grabenbruchs („Albertine Rift Valley“) mit der Kette der Seen Edward, George und Albert. Im Südwesten erheben sich die Ausläufer des ruandischen Berglandes mit der Gruppe der Virunga-Vulkane (Höhen bis 4127 m). Die Region um den Zentralafrikanischen Grabenbruch gilt aus geologischer bzw. vulkanologischer Sicht als hochaktiv. Neben wiederholten Vulkanausbrüchen, z.B. der kongolesischen Vulkane Nyamulagira und Nyiragongo, kam es zuletzt im Februar 2008 zu einem größeren Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala mit Epizentrum ca. 20 km nördlich der kongolesischen Stadt Bukavu. Im Norden und Nordosten geht der Zentralteil des Landes in das Acholi-Plateau (mit vereinzelten Bergzügen bis 2749 m) und die Karamoja-Ebene über. Höchste Erhebungen sind der erloschene Krater des Mt. Elgon (4321 m) im Osten und das Ruwenzorimassiv im Westen des Landes (bis 5109 m).


Etwa die Hälfte des 1143 m hoch gelegenen Viktoriasees (zweitgrößter Binnensee der Erde) nimmt die Süd­ostecke Ugandas ein. In den See mündet der in Ruanda entspringende Quellfluss des Weißen Nils, der Akagera, um ihn bei Jinja wieder als Viktoria-Nil zu verlassen. Alle Gewässer Ugandas entwässern zum Nilsystem. Kennzeichnend sind zahlreiche flache Mulden, in denen sich ausgedehnte Seen- und Sumpfgebiete bilden wie das „ertrunkene Flusssystem“ des Lake Kyoga im Herzen des Landes.

Die natürliche Vegetation Süd- und West­ugandas besteht überwiegend aus Feuchtsavanne (mittlere jährliche Niederschläge zwischen 1000 und 2000 mm) und kleinen tropischen Restwäldern. In den Höhenlagen (Ruwenzori, Mt. Elgon, Virunga-Vulkane) findet man dichten tropischen Bergwald. Der Norden und Nordosten wird von trockener Dornbuschsavanne und Halbwüsten (nur 400–700 mm Jahresniederschlag) eingenommen. Der Waldanteil Ugandas beträgt 8% und liegt damit weitaus höher als in den ostafrikanischen Nachbarländern. 2,7% des Landes sind noch mit intaktem tropischen Primärwald bewachsen. Die jährliche Entwaldungsrate beträgt ca. 2%.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010