titel-startseite

Frauen allein unterwegs

Die Zahl allein reisender Frauen nimmt auch in Afrika stetig zu – die meisten von ihnen kehren mit positiven und ermutigenden Erfahrungen nach Europa zurück und würden anderen Frauen ihr Allein-Reiseziel sofort weiterempfehlen. Reisen in Uganda und Ruanda sind für Frauen – von allgemeinen Risiken (z.B. Verkehrsunfälle, Erkrankungen) einmal abgesehen – nicht gefährlicher als anderswo.

 

Sie setzen aber in besonderem Maß ein Gespür für angemessenes eigenes Verhalten in einer fremden, patriarchalisch strukturierten Kultur voraus und verlangen ein gutes Einfühlungsvermögen für schwierige Situationen, in denen frau sich einfach nur „richtig“ verhalten muss, um Belästigungen zu vermeiden. Aus diesen Gründen sollten Frauen, die Uganda und seine Nachbarländer allein bereisen wollen, im Alltag einige wichtige Verhaltensregeln beachten. Beschränkungen grund­sätzlicher Art sind jedoch nicht nötig. Fast alle Touren und Ziele dieses Reisehandbuchs können auch allein reisenden Frauen empfohlen werden. Einschränkungen ergeben sich allein da­raus, dass bestimmte, abgelegene Ziele generell nicht im Alleingang angesteuert werden sollten – vollkommen geschlechtsunabhängig.

Entgegen vielen Vorurteilen sind schwarzafrikanische Männer sehr höflich, tolerant und zuvorkommend in der Behandlung weißer Frauen – zumindest in ländlichen Gegenden. Eindeutige sexuelle Angebote sind selten und häufig eher durch Neugierde oder die Hoffnung auf eine vorteilhaft erscheinende Beziehung zu einer Frau aus dem reichen Europa motiviert als durch handfeste körperliche Gelüste. Sollte es doch einmal zu Zudringlichkeiten kommen, lässt sich die ganze Sache meist schon durch energische Zurechtweisung regeln. Im Prinzip gelten im Reise­alltag gegenüber Männern die gleichen Verhaltensweisen wie anderswo auch. Also: selbstsicheres Auftreten, sich nicht einschüchtern lassen, aber auch nicht arrogant sein, angemessene Kleidung tragen (die Knie sollten auf jeden Fall verdeckt sein), auf aufwendiges Make-up ver­zichten, provokatives Verhalten unterlassen, unnötigen Blickkontakt vermeiden. Ein (falscher) Ehering mit passender Erklärung (z.B. Ehemann kommt nach) kann zusätzliche Dienste leisten.

In schwarzafrikanischen Kulturen ist es üblich, verheirateten Frauen mit Familie (und entsprechenden Aufgaben und Verpflichtungen) ein deutlich hö­heres Maß an Respekt entgegenzubringen als allein reisenden Singles, die eigentlich nur aus Spaß am Reisen und Entdecken unterwegs sind. Dafür können nur die wenigsten Afrikaner Verständnis aufbringen, da ihnen derartiger Luxus schon allein aus materiellen Gründen nicht möglich ist. Auf der Hut sein sollte frau auch vor den Avancen männlicher Mitreisender aus Europa, Südafrika, Amerika und anderswo, die es an Höflichkeit und Zu­rückhaltung nicht immer mit einem Ugander oder Ruander aufnehmen können. Mit den Macho-Gehabe wei­ßer Touristen, „zotige Anmache“ an Bar oder Swimmingpool eingeschlossen, muss frau in Hotelanlagen und Bars also rechnen.

Urlaubsbeziehungen weißer Frauen zu Schwarzafrikanern haben in touris­tisch geprägten Regionen Afrikas den Charakter einer Modeerscheinung angenommen. Es gibt viele Gründe, sich über den Sinn und die Gefahren von (kurzzeitigen) Bindungen zu Schwarzafrikanern Gedanken zu machen (man denke nur an die hohen HIV-Infektionsraten!). Oftmals versprechen sich die afrikanischen Partner durch solche Verbindungen eine dauerhafte Verbesserung der eigenen Lage, wobei verklärte Vorstellungen vom paradiesischen Alltagsleben in Europa eine Rolle spielen. Sie fühlen sich dann bei der Abreise zu­rück nach Europa verletzt und zurückgelassen. Nur selten gelingt es, die infolge unterschiedlicher Tradition, Bildung, Kultur, finanzieller Mittel und Geografie bestehenden Gegensätze zu überwinden, von deren Überbrückung die Zukunftsfähigkeit einer solchen Beziehung abhängt.

Jede Reise allein erfordert Mut und Selbstvertrauen, insbesondere von Frauen. Reisen im tropischen Afrika bedeutet für Alleinreisende eine echte Bewährungsprobe und benötigt intensive Reisevorbereitung, da individuelles Rei­sen zu vielen attraktiven Zielen des Landes nur mit einem eigenen (Leih-) Wagen möglich ist und sinnvollerweise mit einem oder mehreren Partnern durchgeführt werden sollte, die sich nicht immer vor Ort finden lassen. Alternativ muss man sich organisierten Touren anschließen, bei denen individuelle Erlebnisse deutlich in den Hintergrund treten. Wer sich auf Reisen durch Schwarzafrika längere Zeit allein fortbewegt, sollte in jedem Fall Angehörige oder Freunde auf dem Laufenden halten, wohin man unterwegs ist, und auch entsprechende Zeitangaben machen, die gezielte Suche und Hilfe erlauben, wenn tatsächlich etwas schief gehen sollte. Sinnvoll ist es auch, in Hotels und Unterkünften oder an der zuständigen Botschaft eine Nachricht zu hinterlassen, wohin man als nächstes reist und wann man dort ankommen möchte bzw. wann man wieder zurückkommt. Bei entsprechender Sensibilität für eine fremde Kultur, mit einem Mindestmaß an Anpassungsfähigkeit und etwas Glück und Geschick bei der Bewältigung neuartiger Situationen fern der Heimat werden allein reisende Frauen ihren Aufenthalt in Uganda und seinen Nachbarländern in vollen Zügen genießen und dabei wundervolle Menschen kennen lernen.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda"
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010

 

 

Reiseempfehlungen:

Uganda Rundreisen
Empfehlenswerte Rundreisen bietet z.B. der Spezial-Veranstalter Gorillatrekkingtours an. Wie der Name schon sagt, ist ein Schwerpunkt die Beobachtung der letzten freilebenden Berggorillas in Uganda. Aber auch im Nachbarland Ruanda werden Gorillatrekkings angeboten:

Bestellen Sie hier den aktuellen Katalog mit vielen verschiedenen Angeboten für Uganda Reisen zu den Berggorillas. Neben der klassischen Rundreise in sehr kleiner Reisegruppe gibt es noch eine Berggorilla-Intensiv-Tour mit bis zu fünf Gorillatrekkings sowie die äußerst günstigen Low Budget-Touren: