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Spielregeln beim Fotografieren und Filmen

Offizielle Gebäude (Zoll, Regierungsgebäude, Flughäfen, Polizei, Militär etc.) und Personen dürfen nicht fotografiert oder gefilmt werden! Sie sollten sich bewusst daran halten, um Auseinandersetzungen mit Offiziellen (mit nachfolgendem Film- oder Speicherkartenverlust) zu vermeiden. Große Vorsicht sollte man auch beim Fotografieren nationaler Symbole, wie der Nationalflagge, dem Präsidentenporträt oder Denkmälern, walten lassen.

 

 

 


Das Fotografieren von Menschen ist sehr reizvoll, von den Betroffenen aber häufig nicht erwünscht. Sie sollten die Beweggründe dafür akzeptieren. Würde und Stolz eines Menschen lassen sich kaum schneller verletzen als durch einen unbedachten Druck auf den Auslöser. Grundsätzlich sollte höflich das Einverständnis der „Objekte“ vor dem Ablichten eingeholt werden. Sinnvoll und fair erscheint das Angebot, den als Motiv Auserkorenen als Gegenleistung eine Kopie zuzuschicken, was oftmals mit leuchtenden Augen angenommen wird. Es ist schlechter Stil, wenn dieses Versprechen nach der Rückkehr in die Heimat wieder in Vergessenheit gerät und gestaltet die Situation für nachfolgende Reisende nicht eben einfacher. Oftmals wird Geld vom Fotografen verlangt, was angesichts der begrenzten Verdienstmöglichkeiten durchaus nachvollziehbar ist. Nicht zuletzt läuft man dabei Gefahr, die Bettelei in der Region kräftig zu fördern. Nach Möglichkeit sollte man daher den Griff ins Portemonnaie vermeiden und alternativ z.B. frische Früchte, Bonbons oder ein kühles Getränk anbieten, wenn einem an dem Foto wirklich viel gelegen ist.

Immer wieder erlebt man auf Reisen Situationen, in denen das Zücken von Kameras absolut tabu ist. Dazu ge­hö­ren Feste, bestimmte Feiertage und Rituale, aber auch Notlagen und gesellschaftliche Ereignisse wie Demonstrationen oder Paraden. Manchmal ist es einfach nur die spezielle Situation, die Fotografieren verbietet. Ein entsprechendes Maß an Einfühlungsvermögen sollten alle Reisenden haben.

Fotoapparate und Videokameras sollten gerade in Städten nicht offen und für jedermann erkennbar getragen werden, um neidvolle Blicke und Diebstähle zu vermeiden. Dementsprechend schlicht sollte das Transportbehältnis gewählt werden. Eine unscheinbare Tasche, in der niemand wertvolles Kameraequipment vermuten würde, erfüllt diesen Zweck am besten.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010