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Wahl von Kamera und Ausrüstung

Inzwischen hat die digitale Fotografie das klassische Bannen von Motiven auf Zelluloid weitgehend abgelöst. Egal ob analog oder digital – eine Spiegelreflexkamera erfüllt die Ansprüche an hochwertiges Bildmaterial bei akzeptablem Ausrüstungsumfang in idealer Weise. Für diesen Kameratyp ist eine Brennweitenpalette von 28–300 mm zu empfehlen. Dieser Bereich lässt sich mit einem einzigen modernen, kompakten Zoomobjektiv abdecken. Für Tieraufnahmen ist die Mitnahme eines lichtstarken Teleobjektivs mit mehr als 300 mm Brennweite empfehlenswert. In Ge­bieten mit hohem Besucheraufkommen und entsprechender Gewöhnung der Tiere an Menschen (wie z.B. im Queen Elizabeth NP oder im Murchison Falls NP) kommt man unerwartet nah an die Tiere heran – gute Bildresultate lassen sich hier auch mit 200 mm Brennweite erzielen.

 

 

Die UV-Strahlung ist vielerorts nicht unerheblich, daher sind UV- oder Skylight-Filter ratsam, die zudem die Front­linse von Objektiven wirksam vor Kratzern und Schlägen schützen. Auch ein Polfilter ist manchmal nützlich, um Reflexe auf Wasserflächen zu mildern und Farben (z.B. das tiefe Blau wolkenlosen Himmels) zu verstärken. Wer plant, viele Aufnahmen im Morgengrauen und in der Dämmerung zu machen oder längere Brennweiten als 300 mm verwenden möchte, sollte ein solides Stativ mitnehmen. Bei Innen- und Nachtaufnahmen ist ein Blitzgerät notwendig. Es kann auch tagsüber bei der Aufhellung im Schatten liegender Motive eine wichtige Hilfe bedeuten.

Platzsparende digitale Kompaktkameras mit großem Zoomobjektiv (derzeit bis zu 18-facher optischer Zoom) sind eine erwähnenswerte Alternative zur Spiegelreflex, wenn die Ansprüche an das geschossene Material nicht zu hoch sind. Das geringe Gewicht ist ein großer Vorteil. Unabhängig von der Größe der Foto- oder Filmausrüstung sollten Sie auf eine möglichst staubdichte Verpackung achten. Bei Überlandfahrten auf Pisten und während der Touren durch Nationalparks und Wildreservate müssen Sie mit unglaublichen Mengen feinkörnigen Staubes rechnen. In manchen Gebieten stellt feiner Sand ein Problem dar, der dünne Kratzer auf Linsen und Filmmaterial hinterlässt und problemlos in den Innenraum von Foto- und Videokameras gelangt. Ersparen Sie sich den Ärger zerkratzter, durch „Telegrafendrähte“ unbrauchbar gewordener Dias und Negative durch besondere Aufmerksamkeit vor Ort und adäquate Verpackung! Auf Bootsfahrten und bei Touren durch das Ruwenzori-Gebirge ist es sinnvoll, Kameras, Objektive, Ferngläser und Videokameras wasserdicht zu verpacken, um Defekte durch Spritz- bzw. Niederschlagswasser zu vermeiden. Persönlich wurden gu­te Erfahrungen mit den Produkten der Fa. Ortlieb gesammelt, die wasser- und staubdichte Fototaschen, Rucksäcke, Reisetaschen und Packsäcke/Beutel herstellt (überall im Reiseausrüstungshandel erhältlich).

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010