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Bildung und Gesundheit

Uganda hatte zur Zeit der Unabhängigkeit ein relativ gutes Bildungswesen und besaß mit der Makerere-Universität in Kampala die erste und lange Zeit wichtigste Hochschule Ostafrikas. Durch die jahrelangen Unruhen hat das Bildungswesen jedoch stark gelitten. In den letzten Jahren wurde in den Sektor wieder stark investiert, allerdings haben die Eltern im Sekundarbereich hohe Schul­gebühren zu zahlen bzw. finanzieren auch das private Schulwesen.

Die allgemeine Schulpflicht ist in Uganda verfassungsrechtlich verankert, doch sind etwa 40% der Grundschullehrer nicht ausreichend ausgebildet. Die Einschulungsraten erreichten im Jahr 2006 im Grundschulbereich ca. 90% und im Sekundarschulbereich etwas über 15%, die Zahl der Hochschü­ler stieg auf über 25.000 (Verdoppelung seit 1995). Die Unterschiede in den Einschulungsraten zwischen Mäd­chen und Jungen sind sehr gering. Ergebnis dieser Politik war eine Alphabetisierungsrate von fast 70% im Jahr 2005. Die große Bedeutung der Bildung für die Zukunft Ugandas findet Ausdruck im hohen Anteil an den Staatsausgaben. Die Regierung konzentriert sich derzeit stärker auf den pri­mären Bildungs­sektor, weshalb hier auch eine Schulgebüh­renbefreiung durch­gesetzt wurde. Durch eine frau­enfreund­liche Bildungspolitik soll die wesentlich höhere Schulabbruchquote bei Mäd­chen verringert werden.

Im Gesundheitsbereich stellen die geringe, inzwischen aber wieder steigende Lebenserwartung (2009: 52,7 Jah­re) sowie die hohe Kindersterblichkeitsrate (2004: 131 pro 1000 Lebendgeburten) und Müttersterblichkeitsrate (510 pro 100.000 Lebendgeburten) die größten Herausforderungen dar. Insbesondere die Auswirkungen der HIV/ AIDS-Epidemie, die derzeit, gefolgt von Tuberkulose und Malaria, laut Sta­tistiken die Krankheit mit den meisten Todesfällen in Uganda darstellt, sind gravierend. Für das ugandische Gesundheitssystem ist eine Kombination von ca. 50% öffentlicher und 50% privater Gesundheitsversorgung charak­teristisch. Mit einer ärztlichen Versorgung von einem Arzt auf ca. 20.000 Personen (2004) hat sich die Versorgung in den letzten 20 Jahren kon­ti­nuierlich verbessert. Im Bereich der HIV/AIDS-Prävention ergriff die Regierung Ugandas angesichts einer extrem rasch ansteigenden Infektionsrate, verglichen mit anderen afrikanischen Ländern, relativ bald Maßnahmen. Dabei konzentrierte man sich auf Informationskampagnen mit größtmöglicher Reichweite, und es konnte eine bemerkenswerte Eindämmung der HIV-Infektionsrate erzielt werden. Trotzdem wird die Zahl der HIV-Infizierten auf 1–2 Mio. Ugander geschätzt.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010