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Bevölkerung

JinjaDie über 32 Mio. Einwohner verteilen sich auf mehr als 40 verschiedene Volksgruppen. Die zahlenmäßig größte Gruppe sind nach der letzten Volkszählung die Baganda (17%), gefolgt von den Ankole (8%), Basoga (8%), Teso (8%), Bakiga (7%) und Langi (6%).

Fast zwei Drittel der Ugander sind Bantu (vor allem im Süden und in Zen­tral­uganda), während der Norden von nilotischen Völkern (hauptsächlich Teso, Langi, Acholi und Karamojong) und Sudanesen (in der Region West Nile) bestimmt wird. In den Wäldern im Grenzgebiet zur Demokratischen Republik Kongo leben noch einige wenige Pygmäen. Von den ca. 70.000 unter Idi Amin ausgewiesenen Asiaten sind bis heute nur wenige Tausend zu­rück­ge­kehrt. Die Zahl der in Uganda lebenden Europäer liegt bei wenigen Tausend. Zudem gibt es noch einige wenige Araber insbesondere omanischen Ursprungs. Insgesamt machen Nichtafrikaner (Europäer, Asiaten, Araber) nur ca. 1% der Bevölkerung aus.

Uganda

Die genannten Zahlen müssen mit gewissen Vorbehalten betrachtet werden, da Flüchtlingsströme und Arbeits­emigration ständig zu Änderungen und Verwischungen führen. 1991 lebten beispielsweise noch 200.000–300.000 Exilruander (fast ausschließlich Tutsis) in Uganda, die nach dem Sieg der FPR in Ruanda bis 1996 zu einem großen Teil wieder zurückgekehrt waren. Im Norden leben zahlreiche Binnenflüchtlinge und Flüchtlinge aus dem Sudan.

Die Baganda erfuhren seit der Kolonialzeit eine Bevorzugung im Bereich des Bildungswesens, der Verwaltung und in der Wirtschaft. Angehörige der Völker aus dem Norden hingegen wurden in der Armee bevorzugt. Diese Ungleichheiten und das Vormachtstreben der monarchisch organisierten Baganda bestimmen die ethnisch-politischen Konflikte in Uganda seit der späten Kolonialzeit.

251familyFast 90% der ugandischen Bevölkerung leben auf dem Land, und zwar überwiegend in Streusiedlungen. Neben der Metropole Kampala (1,5 Mio. Einwohner) gibt es mehrere mittelgroße Städte (von denen Jinja, Mbale, Mbarara und Masaka die größten sind). Die Besiedlungsdichte erreicht in der Kigezi-Region im Südwesten Spitzenwerte von über 300 Einw./km², daneben gelten auch der Osten (um Mbale) und Zentraluganda mit über 150 Einw./km² als dicht besiedelt. Im lebensfeindlicheren Norden und Nord­osten (besonders in Karamoja) liegen die Werte unter 40 Einw./km².

Das Bevölkerungswachstum ist trotz der HIV/AIDS-Epidemie mit ca. 2,7% (2009) hoch. Sollte sich dieser Wert in den nächsten Jahrzehnten nicht entscheidend ändern, wird sich die ugandische Bevölkerung bis zum Jahr 2050 etwa verdoppelt haben, womit eine wahre Bevölkerungsexplosion bevorsteht. Der wäh­rend der Kriegsjahre unterbrochene Urba­nisierungs­pro­zess ist wieder in Gang gekommen, die städtischen Wachstumsraten liegen erheblich über den ländlichen. Die Landflucht erfolgt hauptsächlich zum Wachs­tums­pol Kam­pala.

Das Wesen der Ugander ist freundlich und nach fast 20 Jahren Terror, Krieg und Vertreibung von Hoffnung und Optimismus geprägt. Fremde Besucher erfahren eine zuvorkommende und freundliche Behandlung.

RKHLogokleinText aus "Reise-Handbuch Uganda, Ruanda" 
von Christoph Lübbert,
Reise-Know-How Verlag,
Bielefeld, 2010